Ziel nachhaltiger Entwicklung 10 "Reduzierte Ungleichheiten"

Stefan J. Green

1.    In welchem Bereich der Wissenschaft arbeiten Sie?

Ich bin Mikroben Ökologe und Molekularbiologe und studiere die komplexen mikrobiellen Gemeinschaften mit Umwelt beziehenden Systemen wie Boden und Sedimente als Hauptfokus. Seit kurzem fokussiere ich mich auf Wirten verbundene Umgebungen, wie Säugetier-Gastrointestinal-Trakte. Ich habe nicht mehr den Status eines reinen Akademikers, zurzeit bin ich Direktor einer akademischen sequenzierenden Kerneinrichtung und habe die Möglichkeit bei einer Reihe von Studien zu interagieren und auszuhelfen. Bespiele sind Krebsforschung und die Gasproduktion der Mülldeponien.

2.    Was fasziniert Sie am Meisten am Thema Boden?

Als Mikrobiologe ist für mich der Boden die ultimative Studienquelle. Der Boden bewirtschaftet eine unglaubliche Menge an verschiedensten Mikroorganismen mit unvorstellbarem genetischem Potential. Viele der heutigen Umwelt- und Menschenbezogenen Problemen sind auf den Umgang mit Land zurückzuführen. Die Mikroorganismen im Boden spielen dabei kritische Rollen. Ich glaube daran, dass nur ein Gramm Erde eine weite Reihe an Umgebung aus einer mikrobiellen Ansicht ist. Dies zusammen mit der mikrobiellen Verschiedenheit ist ein Zeichen dafür, dass der Boden einer der komplexesten mikrobischen Systeme die wir kennen ist.

3.    Wie sind Sie Wissenschaftler geworden?

Meine Eltern sind beide Biologen und da erschien es mir nur als natürlich auch Wissenschaftler zu werden. Meine Familie und ich verbrachten unseren Sommer beim Phuket Marine Biological Center in Thailand. Eine prägende Erinnerung an meine Kindheit ist wie ich meinem Vater der im Labor Winkelkrabben abgemessen hatte, zuschaute. Ich habe den Sommer genutzt, um mehrere Forschungsprojekte für die jährliche Wissenschaftsmesse an meiner Schule, durchzuführen. Mein Lieblingsthema war es die Symbiose eines Goby Fisches und einer Garnele (ich habe später rausgefunden, dass es ein pistol shrimp war) zu studieren. Ich habe Stunden damit verbracht zu Schnorcheln und die Meereslebewesen zu beobachten. Anschließend habe ich im Labor experimentelle Studien ausgeführt. Jedoch habe ich erst nach der Matura meine Liebe zur Mikrobiologie gefunden. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich den Mikroorganismen keinen Gedanken geschenkt.

4.    Was würden Sie Ihrem 14-jährigen Selbst über Ihre Berufswahl sagen?

Ich bin froh über meine Karriere Auswahl, jedoch war es kein direkter Weg zu dem wo ich jetzt bin. In meinem Bachelorstudium habe ich Umweltstudien studiert und meine first graduate Studie war Umwelttechnik. Ich habe es nicht kommen sehen, dass ich so sehr an Mikroorganismen interessiert sein werde. Ich wünschte ich hätte früher daran gedacht zu Menschen assoziierten mikrobiellen Gemeinschaften Studien zu wechseln. Ich denke, dass ich meinem 14-jährigen Selbst raten würde Mathematik intensiver zu lernen, denn es ist sehr hilfreich für eine Reihe an wissenschaftlichen Gebieten. Ich würde meinem 14-jährigen Selbst (sowie anderen 14-Jährigen) sagen, dass er seine Optionen offen halten sollte.

5.    Was sind die größten Herausforderungen an Ihrer Arbeit?

Mein Arbeitsgebiet ist anders, als die von einem „Standard Akademiker“. Da ich Direktor einer Serviceeinrichtung bin, muss ich mit einer großen Anzahl an verschiedenen Projekten und Proben gleichzeitig umgehen. Es wird immer schwieriger für mich all diese Projekte im Auge zu behalten, besonders dann wenn Investoren mir erst nach einem Jahr (in manchen Fällen auch länger) Fragen stellen! Weil ich so interessiert an Basisforschung bin, versuche ich stark in vielen Projekten involviert zu sein, gleichzeitig kümmere ich mich auch um das Management der Fakultät, den Haushalt, das Lehren sowie dem Verfassen von großen Anträgen. Manchmal steigt mir das alles über den Kopf und ich muss mich dann für kurze Zeit zurückziehen und mich daran erinnern was meine Hauptrolle ist.

6.    Haben Sie während Ihrer Karriere jemals Schwierigkeiten gehabt, die mit Ihrem Geschlecht oder Ihrer ethnischen Zugehörigkeit zusammenhingen?

Nein

7.    Hatten Sie bisher Wissenschaftlerinnen als Vorbilder in Ihrem Aufgabenbereich?

Viele. Es gibt viele Wissenschaftlerinnen als Vorbilder indem Bereich mikrobielle Ökologie. Zwei davon wären Dr. Jo Handelsman, zurzeit ist sie die Dirketorin des Wisconsin Institute for Discovery an der University of Wisconsin-Madison und Dr. Jillian Banfield, jetzt neu als Universitätslehrkraft an der University of California in Berkeley. Bedie hatten große Auswirkungen in diesem Feld der Wissenschaften und ich bewundere ihre Arbeit.

8.    Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit am meisten?

Ich freue mich wenn ich Menschen helfen kann Probleme zu lösen. Da ich jetzt im Dienstleistungsbereich arbeite, sehe ich die pünktliche Zustellung der Sequenzierungen an die Investoren als mein persönlich wichtiges Anliegen an. Jedoch ist für mich die beste Belohnung, das Wissen, dass ich Fachkenntnisse durch die Wissenschaft einer Studie bereitgestellt hab und nicht nur Daten der Sequenzierung zur Verfügung stelle. Auch das Lösen zuvor großer Probleme, die Projekte hinderten ist ein gutes Gefühl. Das ist auch Teil der Gründe, warum ich versucht habe eine so große Kundschaft an Mikrobiologen erbaut habe - ich kann Einblicke in dem Areal mikrobielle Forschung liefern und erklären was und was nicht funktioniert. Ich bin auch sehr angetan an der Möglichkeit mit verschiedenen Methoden zu tüfteln und die Position als Leiter einer Kerneinrichtung gibt mir die Freiheit und Flexibilität neue Methoden die vielleicht noch besser sind zu testen.

9.    Was ist die größte Herausforderung beim Erreichen von SDG10 „Weniger Ungleichheiten“ und wie kann Ihre Arbeit dabei helfen, diese zu lösen?

Ich bin der Ansicht, dass das Ziel weniger Ungleichheiten auf der Welt zu schaffen realisiert wird, in dem man Frauen auf der ganzen Welt die Möglichkeit auf Bildung gibt. Dies sollte Familienplanung sowie Sexualkunde inkludieren. Sogar in den US-Staaten gibt es einen erheblichen Wiederstand gegen dieses Thema. Ich hatte das Glück mit Dr. Supriya Mehta, eine Epidemiologin an der University of Illinois in Chicago, zu arbeiten. Durch sie wurde ich in einer Studie involviert, die das Verwenden von Menstruation Cups in jugendlichen Mädchen in Kenia beobachteten. Die Idee der Studie ist es zu determinieren ob das Angebot der Cups den Mädchen helfen kann in der Schule zu bleiben. Tampons und Binden sind sehr teuer in Kenia und wir hoffen, dass die Option des wiederverwendbaren Menstruation Cups eine Alternative für die betroffenen Mädchen ist. Meine Tätigkeit in der Studie ist es den Effekt der Cups auf die vaginal Mikroben zu testen, dies ist sehr wichtig denn die Verwendung der Menstruation Cups hat gezeigt, dass sich die Rate bakterieller Vaginosen und sexuell übertragender Infektionen reduzierte. Bildung und Zugriff auf präventive Fürsorge sind von absoluter Wichtigkeit um weniger Ungleichheiten auf diese Welt zu schaffen.

10.    Zeichnen Sie Ihre Forschung/ Ihren Forschungsbereich!

Illustration von Lilah Green