Ingrid Kögel-Knabner

1.    In welchem Bereich der Wissenschaft arbeiten Sie?

Ich arbeite über die Bildung, Zusammensetzung und die Eigenschaften der organischen Substanz im Boden. Dabei interessiert uns inbesondere wie sich die organische Substanz in der dreidimensionalen Struktur des Bodens anreichert und gegenüber dem mikrobiellen Abbau stabilisiert.

2.    Was fasziniert Sie am meisten am Thema Boden?

Die Komplexität der Zusammensetzung und Eigenschaften von Böden auf alles Skalen, von der Mikroskala bis zur Landschaft. Persönlich finde ich die Mikroskala besonders faszinierend.

3.    Wie sind Sie WissenschaftlerIn geworden?

Ich habe Geoökologie studiert und mich auf die Bodenkunde spezialisiert. Ich fand Böden spannend weil sie „greifbar“ sind, schön anzusehen und so unterschiedlich sein können.
4. Was würden Sie Ihrem 14-jährigen Selbst über Ihre Berufswahl sagen?
Für mich war die Entscheidung mich mit Böden zu beschäftigen und zwar als Wissenschaftlerin eine sehr gute Entscheidung, also einfach meinen Interessen zu folgen.

4.    Was sind die größten Herausforderungen an Ihrer Arbeit?

In meiner jetzigen Arbeit als Professorin muss ich mit jedem/r meiner Doktorand*innen individuell so umgehen, dass die beste Leistung möglich wird.

5.    Haben Sie während Ihrer Karriere jemals Schwierigkeiten gehabt, die mit Ihrem Geschlecht oder Ihrer ethnischen Zugehörigkeit zusammenhingen?

Nein, bzw. wenn habe ich das einfach ignoriert.

6.    Hatten Sie bisher Wissenschaftlerinnen als Vorbilder in Ihrem Aufgabenbereich?

Nein. Als ich mich für die Bodenkunde entschieden habe, gab es in meinem Umfeld kaum Wissenschaftlerinnen.  Das bedeutet aber auch viel Freiraum und Gestaltungsmöglichkeiten.
Inzwischen hat sich das ja geändert, es macht mir auch Freude als Role Model meine Erfahrungen an Wissenschaftlerinnen weiterzugeben.

7.    Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit am meisten?

Wenn ich spannende neue Ergebnisse habe, die ich mit Mitarbeiter*innen auswerten und diskutieren kann. Denn aus den Daten ergeben sich ja häufig neue Fragestellungen oder weiterführende Erkenntnisse, die wir dann prüfen.

8.    Was ist die größte Herausforderung beim Erreichen von SDG15 „Leben am Land“ und wie kann Ihre Arbeit dabei helfen, diese zu lösen?

Wenn wir verstehen, wie organische Substanz im Boden gebunden wird, können wir Böden besser managen. Wir wissen, dass wir Böden regelmäßig mit organischen Resten „füttern“ müssen, um ihre Fruchtbarkeit zu erhalten, aber im Detail gibt es hier noch viel zu klären.

Roey Angel

1. In welchem Bereich der Wissenschaft arbeiten Sie?

Ich bin ein Umweltmikrobiologe, der untersucht wie Bakterien die im Boden leben unser Ökosystem beeinflussen. Ich arbeite mit vielen verschiedenen Bodenarten und –prozessen. Früher habe ich mich aber hauptsächlich konzentriert auf Wüstenböden und deren Beteiligung an der Produktion und dem Verbrauch von Treibhausgasen.

2. Was fasziniert Sie am meisten am Thema Boden?

Der Boden ist unsere absolute Existenzgrundlage, aber so komplex und es gibt so viele rundherum das wir es gar nicht verstehen.

3. Wie sind Sie WissenschaftlerIn geworden?

Schon früh war ich sehr an der Natur fasziniert und wollte sie unbedingt „studieren“. Später in meiner Kindheit beschäftigte ich mich mit Umweltthemen und ich habe mich während meiner gesamten Teenagerzeit und als Student für Umweltschutz und Bildung engagiert. Nach meinem Bachelorabschluss suchte ich nach einer Möglichkeit diese zwei Leidenschaften zu verbinden. Also habe ich mich für einen Master in Umweltwissenschaften eingeschrieben, bei dem ich die aufregende Welt der Umweltmikrobiologie kennenlernte. Danach wurde mir klar, dass es das war und ich damit mein Leben verbringen möchte: untersuchen wie Mikroben unsere Umwelt gestalten, wie wir sie besser verwalten und schützen können.

4. Was würden Sie Ihrem 14-jährigen Selbst über Ihre Berufswahl sagen?

Eine Karriere als Wissenschaftler kann sehr viel Spaß machen, aber auch sehr anspruchsvoll sein.

5. Was sind die größten Herausforderungen an Ihrer Arbeit?

Als Wissenschaftler muss man viele verschiedene Aufgaben gleichzeitig erfüllen: man muss im Labor Experimente durchführen, Berichte schreiben, Vorträge und Reden halten, sowie ein Budget verwalten und andere Leute führen.

6. Haben Sie während Ihrer Karriere jemals Schwierigkeiten gehabt, die mit Ihrem Geschlecht oder Ihrer ethnischen Zugehörigkeit zusammenhingen?

Nein, was wohl kaum eine Überraschung ist, weil ich ein Mann bin und in der ethnischen Mehrheit von meinem Land geboren bin.

7. Hatten Sie bisher Wissenschaftlerinnen als Vorbilder in Ihrem Aufgabenbereich?

Nach meinem Master habe ich als Forschungsassistent für ein neues Fakultätsmitglied gearbeitet. Zu sehen wie sie ihre Gruppe von Grund auf neu gründete und gleichzeitig drei Kinder alleine großzog war mehr als beeindruckend.

8. Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit am meisten?

Wir leben in einer sehr aufregenden Zeit für die Forschung an  Mikroorganismen in der Umwelt. Neue Technologien ermöglichen es uns die Mikroben in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen und ihr genetisches Potenzial zu untersuchen. Die Forschungssparte entwickelt sich so schnell, dass Dinge die vor 10 oder 20 Jahren fast als Science-Fiction galten, sind heute nicht nur möglich, sondern sogar für kleine Forschungsinstitute leistbar und in der Öffentlichkeit verbreitet.

9. Was ist die größte Herausforderung beim Erreichen von SDG15 „Leben an Land“ und wie kann Ihre Arbeit dabei helfen, diese zu lösen?

Bodenabbau der durch schlechte landwirtschaftlichen Praktiken und Tierhaltung verursacht wird, wird gestoppt. Meine Forschung zeigt wie wichtig es ist, einen gesunden Boden zu erhalten.

10. Zeichnen Sie Ihre Forschung/ Ihren Forschungsbereich!