Ziel nachhaltiger Entwicklung 4 "Hochwertige Bildung"

Brigitte Gschmeidler

1.    In welchem Bereich der Wissenschaft arbeiten Sie?

Ich arbeite in der Wissenschaftskommunikation, das heißt in der Vermittlung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Im speziellen beschäftigen wir uns bei Open Science mit biowissenschaftlichen Themen. Wir beteiligen uns auch immer wieder an Forschungsprojekten, bei denen entweder BürgerInnen einbezogen werden, oder die sich um das Thema Wissenschaft in der Gesellschaft drehen.

2.    Was fasziniert Sie am meisten am Thema Boden?

Ich finde es spannend, welchen Einfluss Kleinstlebewesen in unserem Boden, die wir meist gar nicht wahrnehmen, auf unser Klima haben können. Dieser weite Bogen vom ganz Kleinen zum ganz Großen, das ist faszinierend!

3.    Wie sind Sie WissenschaftlerIn geworden?

Mich hat das Thema Genetik in der achten Klasse der AHS fasziniert und ich wollte mich näher damit beschäftigen. Das hat mich dann zum Biologiestudium und im speziellen zum Studienzweig Mikrobiologie und Genetik gebracht.

4.    Was sind die größten Herausforderungen an Ihrer Arbeit?

Wir haben viele spannende Projekte zu unterschiedlichen Themen laufen –TeaTime4Schools mit dem Thema Boden ist nur eines davon. Die zeitliche Koordination ist sicher eine große Herausforderung. Dazu gehört auch, sich in viele unterschiedliche Themen einzuarbeiten – aber das ist gleichzeitig auch eine der schönen Seiten an meiner Arbeit.  

5.    Haben Sie während Ihrer Karriere jemals Schwierigkeiten gehabt, die mit Ihrem Geschlecht oder Ihrer ethnischen Zugehörigkeit zusammenhingen?

Nein, zum Glück bin ich selbst keinen solchen Schwierigkeiten begegnet. Aber das ist ein wichtiges Thema, dem man sich in der Wissenschaft sicherlich weiterhin widmen muss.

6.    Hatten Sie bisher Wissenschaftlerinnen als Vorbilder in Ihrem Aufgabenbereich?

Vielleicht nicht unbedingt Vorbilder im engeren Sinn. Es gibt viele tolle Wissenschaftlerinnen. Manche davon habe ich nicht kennengelernt, aber ihre Publikationen haben mich inspiriert. Manche haben mich in Vorträgen oder in den Vorlesungen während der Studienzeit begeistert. Auch die Kolleginnen im Labor waren wichtige Bezugspersonen. Im Bereich der Wissenschaftskommunikation möchte ich nun aber doch einen Namen nennen: Barbara Streicher, die seit vielen Jahren das Science Center Netzwerk leitet, begleitet mich seit meinem Einstieg in dieses Feld.

7. Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit am meisten?

Mich motiviert einerseits die Zusammenarbeit im Team – sowohl bei Open Science als auch mit den unterschiedlichen Partnerinnen und Partnern in Projekten; die unterschiedlichen Kompetenzen zu bündeln und gemeinsam etwas umzusetzen. Und natürlich motivieren die Rückmeldungen aus unseren Zielgruppen – wenn wir sehen, dass unsere Angebote auf Interesse stoßen.  

8. Was ist die größte Herausforderung beim Erreichen von      “ und wie kann Ihre Arbeit dabei helfen, diese zu lösen?

Bei Open Science haben wir als Grundsatz, wissenschaftlich fundiert zu arbeiten; wir beziehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unsere Projekte ein und beleuchten aktuelle wissenschaftliche Themen auch hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Auswirkungen. Wir unterstützen auch Lehrkräfte, dies in ihrem Unterricht zu tun. Das ist ein Aspekt hochwertiger Bildung.
Das Ziel lautet aber, inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle zu fördern. Die Stichworte inklusiv und gleichberechtigt sind hier sehr wichtig und sicher auch eine Herausforderung. Wir haben in Österreich sicher schon ein hohes Niveau im Bereich Bildung erreicht, aber nicht alle Bildungsangebote sind gleich zugänglich für alle. Dazu gehört sicher auch, Möglichkeiten für Ausbildungswege aufzuzeigen. Im Vienna Open Lab kann man beispielsweise in die Arbeit in einem Labor hineinschnuppern und herausfinden, ob man sich vorstellen könnte, in diesem Bereich eine Ausbildung zu machen.
Zu dieser Frage könnte man sicher noch viel sagen…

9. Zeichnen Sie Ihre Forschung/ Ihren Forschungsbereich!


Elena Kinz

1.    In welchem Bereich der Wissenschaft arbeiten Sie?

Ich habe im Bereich der Biochemie sowie genetischen Forschung und Diagnostik gearbeitet und arbeite nun im Bereich Wissenschaftskommunikation.

2.    Was fasziniert Sie am meisten am Thema Boden?

Der Boden ist ein Medium, das uns unser ganzes Leben lang umgibt und doch wissen wir relativ wenig über das, was im Boden passiert und wie vielfältig das Leben dort ist. Der Boden ist ein Lebensraum, der noch nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die er aufgrund seiner Vielfältigkeit und Wichtigkeit für die Ökologie und das Klima eigentlich bekommen sollte – dies gilt nicht nur für die Wissenschaft sondern auch für das Bewusstsein im Alltag.

3.    Wie sind Sie WissenschaftlerIn geworden?

Ich habe mich schon während meiner Schulzeit für Chemie interessiert und habe dann Chemie und weiter Biochemie studiert. Ich habe viele wissenschaftliche Forschungsbereiche während der vergangenen Jahre kennengelernt: die Grundlagenforschung, die Translationale Forschung, die Angewandte Forschung. Im Bereich der medizinisch-klinischen Forschung habe ich dann promoviert, mich aber auch immer schon für Wissenschaftskommunikation interessiert, was nun auch zu meinem Beruf geworden ist.

4.    Was würden Sie Ihrem 14-jährigen Selbst über Ihre Berufswahl sagen?

Genau das, was ein Freund einmal zu mir gesagt hat: „The interesting stuff happens at the edge“ – was übrigens auch für viele Habitate gilt. Er meinte damit: es ist spannend an der Schnittstelle von Disziplinen zu arbeiten. Deswegen würd ich meinem 14-jährigen Selbst auch genau diesen Ausbildungsweg raten, auch wenn es Möglichkeiten gegeben hätte, rascher in die Wissenschaftskommunikation einzusteigen. Je mehr Wissen man hier aus unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen mitbringt, desto gewissenhafter kann man diesen Beruf auch ausüben.

5.    Was sind die größten Herausforderungen an Ihrer Arbeit?

Wir agieren an der Schnittstelle Wissenschaft und Kommunikation. Möchte man komplizierte Forschungsinhalte für Nicht-Wissenschaftler aufbereiten, passiert es leicht, dass inhaltliche Unschärfen in der Kommunikation auftreten. Die größte Herausforderung ist es, diese Unschärfen so gering wie möglich zu halten, dies gelingt, indem man die Zielgruppe, an welche man die Kommunikationsmaßnahme adressiert, genau analysiert.

6.    Haben Sie während Ihrer Karriere jemals Schwierigkeiten gehabt, die mit Ihrem Geschlecht oder Ihrer ethnischen Zugehörigkeit zusammenhingen?

Was Schwierigkeiten im Bereich der Geschlechterrollen betrifft, habe ich keine direkten persönlichen Erfahrungen gemacht. Faktum ist jedoch, dass in Österreich noch einiges für die berufliche Gleichstellung von Mann und Frau, vor allem im Bereich der Akademia, getan werden muss.

7.    Hatten Sie bisher Wissenschaftlerinnen als Vorbilder in Ihrem Aufgabenbereich?

Ich habe viele Wissenschaftlerinnen getroffen, für die ich größte Hochachtung empfinde. Vor allem wenn sie neben ihrer Tätigkeit in der Wissenschaft viel Empathie und Verständnis für ihr Umfeld mitbrachten.

8.    Was motiviert Sie in Ihrer Arbeit am meisten?

Ein besonders schöner Aspekt meiner Arbeit ist, dass ich viel mit jungen Menschen zu tun habe. Es ist schön zu sehen, wie sehr sich diese für Wissenschaft begeistern können.

9.    Was ist die größte Herausforderung beim Erreichen von SDG4 „Hochwertige Bildung“ und wie kann Ihre Arbeit dabei helfen, diese zu lösen?

Nach Abschluss der Ausbildung und gerade im Zeitalter der ungefilterten digitalen Kommunikation, wird es für Personen immer schwieriger, einen vertrauenswürdigen und validen Kanal für die Akquise von Wissen zu finden. Im Bereich der Lebenswissenschaften kommt erschwerend dazu, dass Publikationen oft nicht offen zugänglich sind, für Nicht-Wissenschaftler sehr schwer verständlich und im Bereich der molekularen Biowissenschaften oft auch noch schwer „vorstellbar“. Um unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen diverse Wissenschaftsbereiche zugänglich zu machen, gilt es also sowohl für Wissenschaftler, also auch für Wissenschaftskommunikatoren, sich sowohl mit den Anforderungen der Zielgruppe als auch mit dem Kommunikationsmedium vertraut zu machen. Nur so können auch wir hochwertige Bildung im Sinne einer faktengestützen Wissensakquise unterstützen. Ein ganz wichtiger Faktor hierbei ist auch, zu versuchen, Begeisterung und Faszination für den Wissens- respektive Wissenschaftsbereich zu schüren.

10.    Zeichnen Sie Ihre Forschung/ Ihren Forschungsbereich!